
Urlaubszeit bei THLog – Warum Erholung kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit ist
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6. August 2025Stehzeiten: Wie LKW-Fahrer:innen Wartezeiten sinnvoll nutzen – und was es bedeutet, das Wochenende auf dem Autobahnparkplatz zu verbringen

Für viele Menschen ist das Wochenende eine Zeit der Erholung im eigenen Zuhause. Für LKW-Fahrer:innen gestaltet sich das oftmals ganz anders. Aufgrund gesetzlich vorgeschriebener Lenk- und Ruhezeiten sowie logistischer Rahmenbedingungen müssen sie regelmäßig längere Stehzeiten einplanen – nicht selten verbringen sie dabei ganze Wochenenden auf Raststätten oder Autobahnparkplätzen, fernab von Familie und Komfort. Doch wie nutzen Fahrer:innen diese Zeiten? Wie gestalten sie ihren Alltag, wenn der Motor schweigt und der Auflieger ruht?
Stehzeiten: Gesetzlich notwendig, menschlich herausfordernd
Laut EU-Verordnung Nr. 561/2006 sind Berufskraftfahrer:innen verpflichtet, regelmäßige Ruhezeiten einzuhalten – mindestens 45 Stunden ununterbrochen pro Woche. Diese Ruhezeit darf nicht im Fahrzeug verbracht werden, es sei denn, das Fahrzeug ist entsprechend ausgestattet und steht. In der Realität bedeutet das jedoch oft: ein Parkplatz irgendwo entlang der Strecke – mit begrenzten sanitären Einrichtungen, kaum Freizeitangeboten und wenig Privatsphäre.
Zwischen Kochen, Spazierengehen und Streaming
Trotz dieser widrigen Umstände versuchen viele Fahrer:innen, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Häufig genutzte Beschäftigungen während der Stehzeiten sind:
- Kochen im Fahrerhaus: Viele LKWs sind mit kleinen Kochplatten oder Gaskochern ausgestattet. Fahrer:innen bereiten sich einfache Mahlzeiten selbst zu – nicht nur aus Kostengründen, sondern auch wegen des Mangels an gesunder Verpflegung entlang der Autobahnen.
- Bewegung im Freien: Ein Spaziergang über den Parkplatz, kleine Workouts neben dem LKW oder ein Fußball mit Kolleg:innen – auch wenn der Bewegungsradius begrenzt ist, nutzen viele Fahrer:innen die Möglichkeit, sich körperlich zu betätigen.
- Digitale Unterhaltung: Mit Smartphones, Tablets und mobilen Internetzugängen sind Streamingdienste, Podcasts, Hörbücher und Online-Games gefragte Begleiter. Die Zeit vergeht so zumindest gefühlt etwas schneller.
- Schlaf und Erholung: Auch wenn der Komfort im Fahrerhaus eingeschränkt ist, nutzen viele Fahrer:innen die Ruhezeiten bewusst zum Schlafen, Lesen oder einfach zum Abschalten.
- Austausch mit anderen Fahrer:innen: Auf belebteren Parkplätzen entsteht häufig eine Art „Fahrergemeinschaft“. Gemeinsames Essen, Gespräche oder das Teilen von Reiseerlebnissen tragen zur sozialen Vernetzung bei – und helfen gegen das Gefühl der Isolation.
Herausforderungen bleiben
So sehr sich Fahrer:innen auch bemühen, ihre Stehzeiten sinnvoll zu gestalten: Die Realität ist oft belastend. Mangelnde Infrastruktur, unsichere Parkplätze, fehlende Hygieneangebote und das ständige Unterwegssein ohne echtes Zuhause zehren langfristig an der physischen und psychischen Gesundheit. Dazu kommt das Wissen, dass Familie und Freund:innen in dieser Zeit ohne sie auskommen müssen.
Unsere Verantwortung als Logistikunternehmen
Bei THLog wissen wir, dass unsere Fahrer:innen das Rückgrat der Transportlogistik bilden. Ihre Arbeitsbedingungen sind entscheidend für Qualität, Zuverlässigkeit und Sicherheit im gesamten Transportablauf. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass unsere Partnerunternehmen auf eine faire Tourenplanung, ausreichende Pausenzeiten und möglichst humane Ruhebedingungen achten.
Durch gezielte Koordination und realistische Zeitfenster tragen wir außerdem dazu bei, die Arbeitsrealität für Fahrer:innen planbarer und menschlicher zu gestalten.
Lange Stehzeiten und Wochenenden auf dem Autobahnparkplatz sind für viele Fahrer:innen Alltag – mit all seinen Herausforderungen. Dennoch zeigen sie tagtäglich bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit und Kreativität, um diese Zeit bestmöglich zu nutzen. Dafür verdienen sie nicht nur Respekt, sondern auch konkrete Verbesserungen in ihrer Arbeitsumgebung. Als Logistikunternehmen bleibt es unsere Aufgabe, genau hinzuschauen und wo möglich zu entlasten.